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Unsere Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Fondswelt
 
 
Die wichtigsten Begriffe des Investmentgeschäfts von "Absicherung" bis "Zwischengewinn" finden Sie hier.
 
 
Investmentfonds
 
Was ist ein Investmentfonds?
Nach deutschem Recht ist ein Investmentfonds ein Sondervermögen, welches von einer
Kapitalanlagegesellschaft verwaltet und von einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt
wird. In einem Investmentfonds bündelt die Anlagegesellschaft die Gelder vieler Anleger, um
sie nach dem Prinzip der Risikostreuung in verschiedenen Vermögenswerten nach
definierten Anlagegrundsätzen gewinnbringend anzulegen.
 
Funktionsweise von Investmentfonds
Hinter jedem Fonds steht eine KAG, die diesen Fonds auflegt hat und verwaltet, und ein
Manager, der den Fonds managt. Dabei muss man sich einen Fonds wie einen großen Topf
vorstellen, in dem eine mehr oder weniger große Anzahl an verschiedenen Wertpapieren
liegt. Die Entscheidung darüber, welche Wertpapiere in diesen Topf kommen und welche
nicht, trifft der Manager. Er wird dabei von einem Analystenteam unterstützt. Die Analysten
besuchen in regelmäßigen Abständen ausgewählte Unternehmen und führen bei diesen eine
Art Wirtschaftsprüfung durch. Dabei werden auch persönliche Gespräche, die Aufschluss
darüber geben sollen, welche Pläne das Management für die Zukunft hat, geführt. Aufgrund
der Berichte der Analysten entscheidet der Manager, welche Werte neu in den Fonds
aufgenommen werden bzw. welche Werte aus dem Fonds ausgeschieden werden. Dabei ist
es wichtig zu wissen, dass der Manager nicht jeden beliebigen Wert kaufen kann. Er muss
sich immer an die in der Fondssatzung (diese ist in den Verkaufsprospekten zu finden) bzw.
die im Gesetz vorgegebenen Anlagebeschränkungen halten. Das Geld, mit dem die
einzelnen Wertpapiere des Fonds gekauft werden, stammt von einer großen Anzahl von
Anlegern und wird in seiner Gesamtheit in den Verkaufsprospekten bzw. Rechenschaftsberichten der KAGs als Nettovermögen oder Fondsvolumen bezeichnet.
 
Fondsarten
Bei den verschiedenen Fondsarten wird zunächst ganz allgemein zwischen Spezialfonds
und Publikumsfonds unterschieden. Da Spezialfonds nur für einen Anlegerkreis von max. 10
Personen gedacht sind, werden im Folgenden lediglich die wichtigsten Arten von
Publikumsfonds vorgestellt:
  • Geldmarktfonds
    Veranlagung: In Anleihen mit Restlaufzeiten bis zu 24 Monaten, in Floater und
    Geldmarktinstrumente sowie in Sicht- und Termineinlagen
    o Risiko: Niedrig
    o Mindestveranlagungszeitraum: 0,5 bis 2 Jahre
  • Rentenfonds
    o Veranlagung: In Anleihen, sowie ein geringer Teil in Sicht- und Termineinlagen
    o Risiko: Niedrig - Mittel
    o Mindestveranlagungszeitraum: 3 bis 4 Jahre
  • gemischte Fonds
    o Veranlagung:Aktien, Anleihen, sowie in geringem Umfang in Sicht- und
    Termineinlagen
    o Risiko: Mittel - Erhöht
    o Mindestveranlagungszeitraum: 4 bis 5 Jahre
  • Aktienfonds
    o Veranlagung: In Aktien, sowie in geringem Umfang in Sicht- und Termineinlagen
    o Risiko: Hoch
    o Mindestveranlagungszeitraum: ab 5 Jahren: Aktien etablierter Börsen / ab 7 Jahren:
    Aktien Schwellenländer
  • Spezielle Fonds
    o High Yield Fonds
    o Branchenfonds
    o Garantiefonds
    o Derivativfonds
    o "Neue Märkte" Fonds


Neben den oben erwähnten Arten kann sich jeder Fondstyp noch auf eine bestimmte Region
bzw. eine bestimmte Branche konzentrieren. Dadurch ergeben sich noch eine Vielzahl von
weiteren Fondstypen.

Vorteile durch die Anlage in Investmentfonds
Stellt man die Anlage in Investmentfonds der Direktanlage in Wertpapieren gegenüber,
kristallisieren sich für den privaten Anleger folgende Vorteile heraus:

§ Diversifikation: Der Anleger hat die Möglichkeit, auch mit kleinen Anlagebeträgen an
einem breit gestreuten Portfolio zu partizipieren. Somit hat der Anleger die
Möglichkeit mit der Anlage in einem Fonds an der Entwicklung gesamter Branchen,
Märkte oder Indizes teilzunehmen.

§ Risikodiversifikation:Ein weiterer Vorteil bei der Anlage in Fonds, gegenüber des
Investments in einzelne Aktien / Wertpapiere, ist die Risiko-Minderung. Das Risiko
eines einzelnen Wertes wird bei einem Fonds durch die Streuung der Anlage in
verschiedene Wertpapiere ausgeglichen.

§ Professionelles Management: Der Anleger kann das Wissen von Fachleuten
nutzen, ohne dafür extra bezahlen zu müssen. Diese Fachleute haben meist einen
beachtlichen Informationsvorsprung gegenüber der breiten Masse, den sie bei ihren
Anlageentscheidungen zum Vorteil des Kunden nutzen können.

§ Liquidität: Auch im Falle eines Konkurses der Fondsgesellschaft kann sich der
Anleger sicher sein, seine Anteile zum Rücknahmepreis verkaufen zu können. Das
Wertpapiersondervermögen wird immer strikt vom Vermögen der KAG getrennt und
fällt somit nicht in die Konkursmasse.

§ Komfort: Der Anleger muss sich nicht um die Wiederanlage von Einnahmen
kümmern. Er kann erzielte Gewinne meist voll in den Fonds investieren. Außerdem
übernehmen die Fondsmanager die ständigen Umschichtungen innerhalb eines
Portfolios, so dass der Anleger immer in die vermeintlich besten Werte investiert ist.
 
Risiken durch die Anlage in Investmentfonds
Im allgemeinen versteht man im Finanzmanagement unter Risiko die Möglichkeit, dass die
zukünftige Rendite einer Anlage von dem Wert abweicht, den der Kapitalanleger aufgrund
seiner Informationen erwartet. Risiko ist damit ein Maß für die Sicherheit des Eintritts einer
bestimmten Rendite. Man kann hier zwischen dem unsystematischen und dem
systematischen Risiko unterscheiden:

Unter unsystematischem Risiko versteht man jenes, welches sich nur auf eine bestimmte
Anlage bezieht. Deshalb wird dafür häufig auch der Begriff "Titelspezifisches Risiko"
verwendet. Je nach Fondstyp können dies folgende Risiken sein:
 
Anleihen Aktien
Bonitätsrisiko Bonitätsrisiko
Event Risiko Event Risiko
Kündigungsrisiko Liquiditätsrisiko
Auslosungsrisiko Veränderungen im Vorstand
Liquiditätsrisiko Streiks
   

Im Falle von systematischen Risiken ist nicht nur ein einzelnes Wertpapier, sondern immer
eine gesamte Anlagekategorie (z.B. Aktien, Anleihen etc..) gleichermaßen betroffen. Je nach
Fondstyp können dies folgenden Risiken sein:
Anleihen Aktien
Zinsänderungsrisiko Marktrisiko
Wechselkursrisiko Wechselkursrisiko
Währungsrisiko Länderrisiko
Transferrisiko Transferrisiko im Vorstand
   
Wie bereits weiter oben unter Vorteile durch die Anlage in Investmentfonds, erwähnt,
kann das Titelspezifische (unsystematisches) Risiko durch die Anlage in Fonds, die viele
verschiedene Wertpapieren enthalten, minimiert werden, wohingegen das systematische
Risiko insbesondere bei Länder oder Branchenfons durchaus erhalten bleibt.
 
Managementstile
Generell wird zwischen aktiven und passiven Management unterschieden. Das
Hauptaugenmerk des aktiven Managements ist darauf gerichtet, eine bessere Performance
als die Benchmark zu erzielen. Präzise formuliert, zielt aktives Management darauf ab, eine
bessere risikoadjustierte Performance als der Vergleichsmaßstab zu erreichen. Wie aus
diesen Formulierungen bereits hervorgeht, ist es von zentraler Bedeutung, die zu
verwendende Benchmark im Vorfeld exakt zu definieren, um überhaupt den Erfolg eines
aktiv gemanagten Portfolios bestimmen zu können.

Im Rahmen des aktiven Portfoliomanagements gibt es im wesentlichen drei Techniken, die
zur Anwendung kommen:
  1. Aktienselektion
    Die Aktienselektion, welche in der Literatur auch als "Stock Picking" bezeichnet wird,
    erfordert eine überdurchschnittlich gute Prognosefähigkeit des Managers hinsichtlich
    der Entwicklung der einzelnen Aktientitel. Diese Prognosefähigkeit erfordert
    Informations- und Interpretationsvorsprünge gegenüber den durchschnittlichen
    Investoren. Diese Vorsprünge versucht der Manager mit Hilfe seines Analystenteams
    zu erlangen.
  2. Timing
    Im Bereich des Timings gilt gleiches. Unter Timing versteht man die Fähigkeit die
    optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkte der Investition in einzelne Wertpapiere zu
    finden.
  3. Branchenrotation
    Im Bereich der Branchenrotation geht es darum frühzeitig Aufschwünge einzelner
    Branchen (z.B. Biotech) zu erkennen und daran zu partizipieren.
Der Grundgedanke des passiven Fondsmanagements basiert auf der Annahme von
hinreichend effizienten Aktienmärkten. Gemäß der Definition von effizienten Aktienmärkten,
ist es nicht möglich dauerhaft risikoadjustierte Überrenditen zu erzielen. Im Rahmen des
passiven Management ist die Strategie auf die weitgehende Nachbildung einer zuvor vom
Anleger ausgewählten Benchmark ausgerichtet (Indexfonds). Entscheidet sich der Investor
z.B. für den DAX, dann liegt die Aufgabe des Managers darin, ein Portfolio aufzubauen,
welches möglichst jenem dieses Aktienindex entspricht. Diese Nachbildung von Marktindizes
wird in der Regel als "Index Tracking" bezeichnet. Darüber hinaus muss noch zwischen einer
totalen Nachbildung (= full replication) und einer tlw. Nachbildung (sampling) des Index
unterschieden werden.
 
Die Benchmark
Unter dem Begriff Benchmark wird im allgemeinen ein Vergleichsportfolio verstanden - in
den meisten Fällen handelt es sich hierbei um bekannte Börsendindices oder
Investmentfonds mit dem selben Anlageschwerpunkt. Im Falle von Spezialfonds werden
häufig auch spezielle Benchmarkportfolios, welche der Konstruktion des Fonds entsprechen,
gebildet.

Im OnVista Fonds-Tool verwenden wir die angesehen Indices von der amerikanischen
Investment-Bank Morgan Stanley (MSCI). Morgan Stanley hat für jedes Land und für jede
Branche einen entsprechenden Index gebildet, der mit den unterschiedlichen Fonds
verglichen werden kann.

Da die Benchmark für die Aussagekraft aller Methoden zur Performance-Messung von
entscheidender Bedeutung ist, sollte bei deren Auswahl auf besondere Sorgfalt geachtet
werden. In der Regel sollte eine Benchmark folgende Anforderungen erfüllen:
  • Bei der Benchmark sollte es sich um eine reale Anlagealternative handeln.
  • Die Benchmark sollte sehr gut diversifiziert und deshalb schwer risikoadjustiert zu
    schlagen sein.
  • Der reale Erwerb der Benchmark sollte kostengünstig durchführbar sein.
  • Die Benchmark sollte bereits bekannt sein, bevor die Anlageentscheidungen
    getroffen werden.
  • Die Benchmark sollte die selben Schwerpunkte und Restriktionen wie der Fonds
    selbst aufweisen.
 
Volatilität
Die Volatilität ist ein Maß für die historischen Schwankungen eines Wertpapiers um seinen
Mittelwert, d.h. die Volitilität drückt aus, wie sehr sich die Preisentwicklung eines
Fondsanteils im Zeitablauf verändert Eine hohe Volatilität bedeutet somit ein größeres Risiko
als eine niedere.

Die Volatilität fußt in ihrer Berechnung auf den Konzepten der Varianz bzw. der
Standardabweichung. Zur Vereinfachung der Berechnung wird immer davon ausgegangen,
dass die Rendite einer Anlage einer Standardnormalverteilung unterliegt. Denn nur diese Art
von Verteilung lässt sich durch die beiden Parameter Standardabweichung und Mittelwert
vollständig beschreiben. Bei näherer Betrachtung der Volatilitäten der einzelnen
Anlagekategorien läßt sich feststellen, daß sich höhere Gewinne in der Regel nur durch
Inkaufnahme eines höheren Risikos erzielen lassen. Auf Grund der historischen Werte kann
man bei Investmentfonds folgende Abstufung hinsichtlich ihres Risikos machen:
Betrachtet man die Ziele des durchschnittlichen privaten Anlegers empfiehlt sich bei der
Auswahl von Investmentfonds, basierend auf den Faktoren Rendite und Volatilität folgende
Vorgehensweise:
  • Stehen zwei Investmentfonds mit unterschiedlicher Volatilität aber gleich hoher
    historischer Rendite zur Auswahl, wird man jenen Fonds wählen, der die geringere
    Volatilität aufweist.
  • Hat man hingegen die Wahl zwischen zwei Investmentfonds mit gleicher Volatilität
    aber unterschiedlicher Rendite, wird man sich für jenen Fonds entscheiden, der in der
    Vergangenheit die höhere Rendite gemacht hat.
  • Sind sowohl die Volatilität als auch die Rendite unterschiedlich hoch, so hängt die
    Auswahl alleine von den Erwartungen und Präferenzen des Anlegers ab.
 
Beta-Faktor
Der Beta-Faktor stellt im Captial Asset Pricing Model und im Marktmodell das Maß für das
übernommene systematische Risiko dar. Mit dem Beta-Maß wird die Sensitivität eines
Portfolios in bezug auf Renditeänderungen seiner Benchmark berechnet. Das Beta ist also
im Vergleich zur Volatilität eine Kennzahl, in deren Berechnung sowohl die Renditen eines
Portfolios, als auch die Renditen einer Vergleichsgröße einfließen. Am einfachsten lässt sich
die Aussagekraft des Betas anhand eines Beispiels erklären:
Nimmt man zur Berechnung des Betas nun einen beliebigen Fonds und als Benchmark
einen Börsenindex, dann können sich folgende Szenarien ergeben:
  • Sowohl die Rendite des Portfolios als auch die Rendite der Benchmark steigen um 10
    % in der Betrachtungsperiode. In diesem Fall hat das Beta den Wert 1.
  • Die Rendite der Benchmark steigt um 10 % und die des Portfolios um 5 % in der
    Vergleichsperiode. Das Beta hätte dann den Wert 0,5.
  • Die Rendite des Portfolios steigt um 10 % die der Benchmark hingegen nur um 5 %.
    In diesem Fall wäre das Beta dann größer als 1, und würde somit 2 betragen.
Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass das Beta angibt, ob das gewählte Portfolio mit
dem Markt gleichläuft (Beta = 1), ob es überproportional (Beta > 1) oder unterproportional
(Beta < 1) auf Veränderungen des Marktes reagiert.
Mit steigendem Beta nimmt auch das Risiko zu, überdurchschnittlich hohe Verluste zu
machen. Andererseits steigt mit dem Wert des Beta-Faktors auch die Chance,
überdurchschnittlich hohe Erträge zu erwirtschaften.
 
Korrelationskoeffizient
Der Korrelationskoeffizient zeigt sowohl
o die Stärke des Zusammenhangs der Renditeänderungen des Portfolios und der
Benchmark als auch
o die Richtung der Renditeänderungen
an. Der Korrelationskoeffizient nimmt immer Werte zwischen -1 und +1 an. Dabei gibt die
Zahl die Stärke des Zusammenhangs und das Vorzeichen die Richtung an. Ein positives
Vorzeichen bedeutet, dass die Rendite des Portfolios immer dann gestiegen ist, wenn auch
die Rendite der Benchmark gestiegen ist. Ein negatives Vorzeichen hingegen sagt aus, dass
die Renditeänderungen sich gegenläufig verhalten haben. Stieg die Rendite der Benchmark,
sank die Rendite des Portfolios und umgekehrt.
Von einem perfekt positiven Zusammenhang spricht man, wenn der Korrelationskoeffizient
+1 beträgt. Dies sagt aus, dass in der Vergangenheit sowohl das Verhältnis der
Renditeänderungen konstant war, als auch die Richtung der Renditeänderungen immer die
gleiche war. Beträgt der Korrelationskoeffizient hingegen Null dann besteht zwischen dem
betrachteten Portfolio und der Benchmark kein Zusammenhang. Einmal fiel die Rendite des
Portfolios, wenn jene der Benchmark stieg und ein andermal stieg die Portoliorendite ident
mit der Benchmarkrendite. Um die Richtung der Renditeänderung anzuzeigen, wird oftmals
auch das Beta mit einem positiven oder negativen Vorzeichen versehen.
Eine Korrelation nahe bei 1 zeigt, dass der Einfluss unsystematischer Faktoren gering war.
Die Volatilität ist in einem solchen Fall dann beinahe ausschließlich auf systematische
Faktoren zurückzuführen, und das Beta wird in seiner Eigenschaft als Maß für systematische
Risiken bestätigt. Bei Korrelationswerten nahe Null ist es dagegen genau umgekehrt.
 
BVI-Methode
Die BVI-Methode wurde vom Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften entwickelt
und hat sich in Deutschland als Standardkennzahl zur eindimensionalen
Performancemessung durchgesetzt. Bei dieser Methode werden all jene Kosten, die auf
Fondsebene entstehen (z.B. Management- und Depotbankgebühren) bei der Berechnung
berücksichtigt, und jene Kosten, die auf der Anlegerseite entstehen (Depotgebühren,
Ausgabeaufschläge, etc..), bleiben unberücksichtigt. Der Grund, warum individuelle Kosten
nicht berücksichtigt werden, liegt darin, dass diese von Anleger zu Anleger unterschiedlich
groß sein können. So ist in den meisten Fällen der Ausgabeaufschlag und die Depotgebühr
von der Höhe des eingelegten Kapitals abhängig. Würde man diese Kostenfaktoren
einbeziehen, wären die erzielten Ergebnisse lediglich auf den einzelnen Anleger bezogen
gültig und daher auch nicht miteinander vergleichbar. Hingegen sind Kosten, die auf der
Fondsebene entstehen, für alle Anleger gleich hoch, und daher macht es auch Sinn, diese in
die Berechnung einfließen zu lassen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass
auch für den Anleger nicht sofort ersichtliche Kosten (z.B. Transaktionskosten,
Managergehälter, etc..) in das Ergebnis eingehen, und dieses auch dementsprechend
schmälern.

In der folgenden Aufzählung finden sich die wichtigsten Annahmen der BVI-Methode:
  • Es wird von einer Einmalanlage, nicht von einem Sparplan ausgegangen.
  • Alle Gebühren auf Fondsebene werden berücksichtigt.
  • Individuelle Kosten des Anlegers fließen nicht in die Berechnung ein.
  • Individuelle steuerliche Faktoren werden nicht berücksichtigt.
  • Ausschüttungen werden sofort wieder angelegt.
  • Es ist möglich, Bruchteile eines Anteils zu erwerben.
Um zum Ergebnis gemäß BVI zu gelangen, empfiehlt es sich, bei der Berechnung in drei
Schritten vorzugehen:
  1. Im ersten Schritt wird berechnet, wie viele Anteile der Anleger um den
    Ausschüttungsbetrag kaufen könnte. Dabei wird davon ausgegangen, dass der
    Anleger zu Beginn der Betrachtungsperiode einen Anteil besitzt, und für die
    Ausschüttung sofort weitere Anteile erwirbt. Um die Vergleichbarkeit zu
    gewährleisten, wird bei thesaurierenden Fonds die selbe Berechnung statt mit den
    Ausschüttungsbeträgen mit den sich ergebenden Steuerzahlungen durchgeführt.
  2. Im nächsten Schritt werden dann die berechneten Anteile aus Schritt 1 mit dem
    Kurs des Investmentzertifikats zum Ende der Betrachtungsperiode multipliziert.
    Dadurch gelangt man zum fiktiven Vermögen des Anlegers
  3. Im dritten und letzten Schritt wird dann vom Ergebnis aus Schritt 2 der Anteilswert
    zu Beginn der Betrachtungsperiode abgezogen und ins Verhältnis zum Anfangswert
    des Investmentzertifikats gesetzt.

Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio, oftmals auch als Reward-to-Variability-Ratio bezeichnet, ist eine der
bekanntesten und am meisten verwendeten Kennzahlen im Rahmen der
Performancemessung. Wie beinahe alle Kennzahlen zur externen Performancemessung,
fußt auch dieses Konzept auf den kapitalmarkttheoretischen Modellen. Sharpe mißt mit
seiner Berechnung die Risikoprämie je Einheit des übernommenen Gesamtrisikos wobei sich
die Risikoprämie aus der Differenz der Portfoliorendite zu einem risikolosen Marktzinssatz
ergibt. Als risikoloser Zinssatz wird zumeist ein Geldmarktsatz mit adäquater Laufzeit
gewählt. Als Risikofaktor verwendet Sharpe in seinem Modell die historische Volatilität des
Portfolios.

Die Sharpe Ratio ist um so besser, je höher ihr Ergebnis ist. Eine hohe Sharpe Ratio sagt
aus, dass das übernommene Risiko klein war, im Verhältnis zur erwirtschafteten Rendite des
Portfolios und ist somit ein Maß für die Qualität des Fondsmanagements. Ein gut
gemangeter Fonds wird eine hohe Rendite immer mit geringem Risiko (im Vergleich zu
risikolosen Anlage, zb in Geldmarktpapiere) erreichen.
Um die Aussagekraft dieser Kennzahl zu erhöhen, muß man sie einer geeigneten
Benchmark gegenüberstellen. Als Benchmark kann man entweder einen Börsenindex oder
Fonds mit ähnlichem Anlageschwerpunkt wählen. Ist die Sharpe Ratio des Portfolios größer
als jene der Benchmark, dann deutet das darauf hin, dass das Portfolio risikoadjustiert
besser gemanagt wurde, als das Vergleichsportfolio, d.h. es konnte mit weniger
eingegangenem Risiko eine gleich große oder höhere Rendite erwirtschaftet werden.
 
Treynor-Maß
Anders als bei Sharpe erfolgt bei Treynor die Risikoadjustierung mit Hilfe des Beta-Faktors.
Dadurch ist es möglich, Portfolios mit unterschiedlichen Ertrags-Risiko-Profilen in Bezug auf
ihr systematisches Risiko auf einen Nenner zu bringen und so einen fairen Performance-
Vergleich zu gewährleisten.
Beim Treynor-Maß gilt, genau wie bei der Sharpe Ratio auch: Je höher das Ergebnis der
Berechnung, desto besser die Performance des betrachteten Fonds.
Geht man davon aus, dass neben dem zu betrachtenden Portfolio noch andere
Vermögensanlagen gehalten werden, dann ist nicht das Gesamtrisiko, sondern nur das
systematische Risiko (= Marktrisiko) des zu beurteilenden Portfolios von Bedeutung. Darüber
hinaus sollte gemäß der Kapitalmarkttheorie jedes gehaltene Portfolio von Grund auf so
diversifiziert sein, dass das unsystematische Risiko (= titelspezifisches Risiko) bereits
vollständig eliminiert ist. Nimmt man diese Voraussetzungen als gegeben an, dann eignet
sich das Treynor-Maß zur Performancemessung. Denn durch die Verwendung des Beta-
Faktors fließt nur das zu bewertende systematische Risiko in die Performanceberechnung
ein.

Ein Hauptproblem dieser Kennzahl liegt darin, dass die oben genannten Annahmen nur auf
die wenigsten Portfolios zutreffen. Da aber beim Treynor-Maß die Bewertung des
unsystematischen Risikos vollkommen unberücksichtigt bleibt, kann es bei Performance-
Rankings, die auf dieser Kennzahl basieren, zu gravierenden Verzerrungen kommen. So ist
es z.B. möglich, dass ein Portfolio mit einem hohen Gesamtrisiko besser abschneidet, als ein
Portfolio mit einem geringeren Risiko, welches die gleiche Rendite aufweist.
 
Jensen-Maß
Das Jensen-Alpha, welches auch als Differential Return bezeichnet wird, ist genau wie das
Treynor-Maß und die Sharpe-Ratio auch, eine einparametrische Maßgröße zur Beurteilung
der Performance von Portfolios. Gleich dem Treynor-Maß verfolgt auch das Jensen-Maß das
Ziel, Portfolioerträge hinsichtlich ihres systematischen Risikos miteinander vergleichbar zu
machen.

Jensen geht bei seinem Modell davon aus, daß sich der Markt nicht ständig im
Gleichgewicht (Angebot = Nachfrage) befindet und somit die Erzielung außerordentlicher
Gewinne möglich wird. Berechnet werden diese außerordentlichen Erträge durch
Differenzenbildung zwischen der tatsächlich durchschnittlich erzielten Rendite und der
Rendite.

Die rechnerische Ermittlung des Jensen-Maßes erfolgt auf Basis einer
Regressionsgleichung, wobei die Überschußrenditen des betrachteten Portfolios auf die
Überschußrenditen eines den Gesamtmarkt vertretenden Index regressiert werden.
Graphisch drückt sich das Jensen-Maß durch den vertikalen Abstand zur Wertpapierlinie
aus, d.h. die Ergebnisse des betrachteten Portfolios werden in einen direkten Vergleich mit
der durchschnittlichen Marktrendite gesetzt. Je größer dieser Abstand und somit der Wert
des Jensen-Maßes ist, desto höher ist das betrachtete Portfolio einzuschätzen.
Im Gegensatz zur Sharpe Ratio und zum Treynor-Maß ermöglicht das Jensen-Alpha kein
einwandfreies Ranking unterschiedlicher Portfolios. Diese Erkenntnis beruht auf der
Tatsache, dass die Portfolios ein unterschiedlich hohes systematisches Risiko besitzen
können und damit nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Daher erlaubt das Jensen-Maß
lediglich den Vergleich mit dem in die Berechnung einfließenden Benchmarkportfolio, woraus
ersichtlich wird, ob der betrachtete Fonds besser oder schlechter performed hat als die
betrachtete Benchmark.
 

Quelle: European Bank for Fund Services GmbH (ebase)

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